Montag, 16 März 2015 10:50

Ein einsamer Wolf im Lichtenauer Land

Die Männer im tierisch-diebischen Freudentaumel.

Lichtenau - HGZ 21:22 (10:9)

Nach dem unerwarteten Erfolg in Schwabach hatte die erste Männermannschaft vor dem Gastspiel in Lichtenau im Kampf um Platz drei wieder alle Karten in der eigenen Hand. Bis auf die Langzeitverletzten konnte Coach Carsten Peine auch auf alle seine Wölfe zurückgreifen. Bereits im Vorfeld warnte der HG-Trainer vor dem wohl schwersten Vergleich im Restprogramm des Tabellendritten. Die Extraportion Motivation, die die Hausherren aus der Megapleite in Stadeln (19:40) mitgenommen hatten, machte das Unterfangen nicht gerade leichter. Da brauchte es schon tierische, ja gar bestialische Unterstützung aus den eigenen Reihen.

In der Anfangsphase gestaltete sich die Partie äußerst ausgeglichen, auf beiden Seiten dominierten die liegen gelassenen Chancen. Die Gäste durften sich bei Keeper Wolf Hagen bedanken, dass man nicht bereits früher in Rückstand geriet (3:3). Durch zwei einfache Treffer nach Tempogegenstößen stießen die Bibertstädter erstmals das Tor zum Auswärtssieg einen Spalt weit auf (4:6). Doch die Gastgeber schlugen mit Kampfeswillen und doppelter Kraft zurück, die HG hatte lediglich Glück dass Torhüter Wolf so langsam richtig Fressen an der Begegnung gefunden hatte. Bis zur Pause führte der TSV sogar mit einem Treffer – und nur ein einsamer Wolf im trägen Zirndorfer Wolfsrudel vermochte, das Unaufhaltsame noch zu stoppen (10:9).

Im zweiten Abschnitt präsentierten sich die Hausherren wacher, gingen prompt mit zwei Toren in Führung und setzten die HG unter Zugzwang (13:11). Und die Bibertstädter gaben nicht auf, Wolfsgeheul von der Bank machte den leicht favorisierten Gästen ordentlich Beine (15:15). Anschließend drohte das Pendel allerdings endgültig, in die aus Zirndorfer Sicht falsche Richtung zu schlagen. Bei 20:17 zehn Minuten vor dem Ende hätte wohl keiner der mitgereisten Zirndorfer Zuschauer noch ein kleines Fleischstück auf die Peine-Wölfe gesetzt. Doch da streunte vor der Halle ja noch der einsame Wolf umher – und lauerte darauf zuzubeißen. Etwa acht Minuten vor dem Ende bei drei Toren Rückstand war es dann soweit: Das Jungblut (seit 1997 erst wieder in der Region gesichtet) betrat erneut die Lichtenauer Lichtung. Und Keeper Wolf ließ keinen einzigen Ball mehr in sein Revier durchdringen, mit katzenartigen Reflexen machte der eigentliche Vertreter der Canis-Gattung gar einen Ausflug in die der Katzen. Und nun pirschten sich auch die restlichen Wölfe von der Bibert ergebnistechnisch so langsam an die Gastgeber heran. Beim 21:21 in der allerletzten Minute glich das Rudel erstmals wieder aus, doch die HG vergab seine eigene Chance im Angriff und musste zumindest auf einen Punkt hoffen. Doch mit tierischer Unterstützung kommt es oft anders, als gedacht: Ein Lichtenauer verirrte sich frei vor Wolf, der sich mit Fressabsicht vor ihm aufbaute – und die Oberhand behielt. Mit letzter Kraft beförderte er die Kugel nach vorne, wo Rudelführer Sören Hirschsteiner seine Beine in die Hand nahm und zwei Sekunden (!) vor der Sirene das Spielgerät am kurzen Pfosten einschweißte (21:22). Ein solch lautes Geheul und vor allem in dieser Dichte hatte man lange nicht mehr in den Lichtenauer Landen gehört.

In der kommenden Woche gastiert am Samstag (19 Uhr) der Aufsteiger Tuspo Nürnberg im Bibert-Jagdgebiet. Für Betrachter besteht keine Gefahr, für den Kontrahenten gilt aber nach dem Wochenende weiterhin: Vorsicht, Bissgefahr!

Für die HG wilderten: WOLF, Pfrengle (beide Tor), D. Schmidt 3, Hirschsteiner 4, Nickl 1, Tomko 7, Hartmann 2, Motzelt, Maußner, Urban 1, M. Schmidt 4/2.

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