Samstag, 13 September 2014 09:56

Vorreiter und die vier Neuen

geschrieben von Mexx Schmidt

Die erste Männermannschaft präsentiert die Kaderzusammensetzung für die neue Saison.

Kaum ein Verein der BOL Mittelfranken konnte in den letzten Jahren mit der HG in Sachen Kaderfluktuation mithalten. Das ist aber weniger ein Zeichen von fehlender Kontinuität, als vielmehr der Nachweis für die anhaltende Wirkung der Bibertstadt auf ambitionierte Handballer aus der Region. So blickt die erste Männermannschaft auch in diesem Jahr auf ein in einigen Teilen runderneuertes Team.

Nicht mehr im Kader für die kommende Saison stehen etwa Maximilian Maußner (HSG Lauf/Heroldsberg) und Tamas „Blumi" Virag (MTV Ingolstadt), die Zirndorf aus freien Stücken verlassen haben. Zu den Abgängen zählen auch Linksaußen Kay Finsterer (Auszeit) und Keeper Florian Blaßneck (private/berufliche Gründe), der aushilfsweise aber noch in der zweiten Mannschaft aktiv sein wird. Zusätzlich geschwächt ist der Vorjahresdritte durch die studiumsbedingten Ausfälle von Rechtsaußen Christopher Zintl (Schweden, England) und Spielmacher Maximilian Schmidt (Spanien), die lediglich noch im Saisonendspurt eingreifen könnten.

Dementsprechend sahen sich der neue Trainer Carsten Peine (Vorstellung folgt in Kürze) und die Verantwortlichen gezwungen, für die Spielzeit 2014/15 nachzurüsten – früh mit erstem Erfolg. Um dem jungen Team die nötige Stabilität, die es in engen Spielen in den letzten Jahren vermissen ließ, zurückzugeben, entschied man sich für eine Portion Erfahrung.

Für die Königsposition im linken Rückraum stößt Jan Kiewitt dazu, der neben den klassischen Shooterqualitäten über eine gute Übersicht und feine Technik verfügt. Warum die HG? "Es ist ein junges, sympathisches Team mit Aufstiegsambitionen", so der sprunggewaltige Kiewitt. Das passt schließlich auch zu seiner eigenen Zielsetzung für die kommende Saison: "Der Aufstieg - und ich möchte gerne eine echte Verstärkung für die Mannschaft sein." Bei seiner bislang einzigen, aber erfolgreichen Station in Lauf, wo er in der Landesliga nachweislich auf sich aufmerksam machte, hinterließ der 25-Jährige auch an der Bibert bleibenden Eindruck.

Die zweite frühe Entscheidung fiel auch bei Sören Hirschsteiner. Der Spielmacher, der bei seinem Heimatverein TV Roßtal bereits mit den Zirndorfern Dominik Schmidt und Tobias Hartmann sowie Coach Peine zusammenarbeitete, suchte eine neue Herausforderung. Seit Jahren pflegt der Sympathieträger zudem Kontakt zu mehreren aktiven Spielern der ersten Mannschaft. "Ich bin hier, um Handball zu spielen. Die Mannschaft und das Umfeld haben es mir leicht gemacht, mich schnell in Zirndorf einzufinden", erklärt Hirschsteiner. Wie man die Bezirksoberliga erfolgreich hinter sich lässt, hat der mittlerweile 28-Jährige bereits 2007 und 2010 bewiesen: "Die beiden Aufstiege in die Landesliga waren tolle Erlebnisse. Ich hätte aber durchaus Lust, das noch ein drittes Mal zu erleben!" Dennoch fällt sein Ausblick etwas bescheidener aus. "Wenn zu einer Mannschaft drei, vier neue Spieler und ein neuer Trainer kommen, gilt es zunächst sich als Team zu finden und aufeinander einzustellen. Ich habe den Eindruck, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind. Und ich möchte mit dem Team schon im ersten Jahr am Ende der Saison so weit oben wie möglich in der Tabelle stehen", verrät er.

Ebenfalls Handlungsbedarf sah die Führungsriege durch den Rücktritt von Blaßneck und den beruflich eingeschränkten Marcel Windisch auf der Torhüterposition. Dabei gelang dem Verein mit Keeper Wolf Hagen ein echter Coup. Der 20-Jährige spielte bislang nie außerhalb von Erlangen, erst für die CSG dann für den HC. Als größten Erfolg stuft der Sportstudent selbst den 5. Platz in der A-Jugend-Bundesliga ein, doch auch im Männerbereich startete er direkt voll durch. Mit der dritten Mannschaft des HCE gelang der Durchmarsch über die BOL Ostbayern in die Landesliga Nord, wo Hagen im vergangenen Jahr sogar den Meistertitel bejubeln durfte. Doch: Der Aufstieg wurde durch die in der Bayernliga spielende Erstliga-Reserve verhindert, das Team um den talentierten Torhüter zerbrach. "Der Trainer konnte mich von der Perspektive und den Zielen des Vereins überzeugen – und das Bier schmeckt überragend", so der Lehramtsstudent. Auch das Zwischenmenschliche spielte eine nicht zu unterschätzende Rolle: "Ich wurde von der Mannschaft sehr gut und freundschaftlich aufgenommen, so dass es mir viel Spaß macht zum Training zu gehen. Ich bin davon überzeugt, dass uns der Aufstieg gelingen wird."

Etwas später in die Mannschaft rutschte mit Yanni Six auch ein alter Bekannter. Der Linkshänder, der bereits im vergangenen Jahr Teile der Vorbereitung mit der Mannschaft absolvierte, wurde in der Bibertstadt ausgebildet. In der C-Jugend suchte Six dann beim Aushängeschild der Region, dem HC Erlangen, eine deutlich größere Herausforderung. Durch seine Größe und seine Schnelligkeit setzte er sich auch dort durch, feierte in seinem dritten Jahr gleichzeitig den Meistertitel der Bayernliga bei den B-Junioren und den Gewinn der Landesliga mit der A-Jugend. Seine Begründung für eine Rückkehr klingt so simpel wie authentisch: "Weil ich mich hier wohlfühle, wir eine coole Mannschaft haben und ich bereits alle kenne."

In der Vorbereitung haben alle vier Neuzugänge bereits unter Beweis gestellt, wie wertvoll sie für die Bibertstädter werden können. Das soll möglichst auch mit Beginn der kommenden Saison so bleiben.

Gelesen 2586 mal Letzte Änderung am Samstag, 13 September 2014 18:45
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