Montag, 06 Oktober 2014 00:00

Blutiger Dämpfer mit Notbesetzung

geschrieben von Mexx Schmidt

TSV Wendelstein - HG Zirndorf I 26:22 (9:10)

Das erste Auswärtsspiel der noch jungen Saison in Wendelstein stand bereits wenige Stunden vor der Partie unter keinem sonderlich guten Stern. Die Personallage war durch die Ausfälle von Kim Nickl (Urlaub), Manuel Urban (krankheitsbedingt) und Cornelius Will (anhaltende Rückenbeschwerden) im Gegensatz zum Derbysieg relativ angespannt – und es sollte noch dicker kommen. Doch was die mitgereisten Zirndorfer Fans in jedem Fall zu sehen bekamen: Kampfeslust erster Güte.

Den besseren Start in die Begegnung erwischten die Gastgeber, die sich direkt mit drei Toren in Führung setzen konnten (4:1). Doch damit nicht genug, bereits nach fünf Minuten musste die HG den ersten folgenschweren Ausfall beklagen: Jan Kiewitt, noch bester Werfer (sieben Treffer) gegen Altenberg, griff sich an den Oberschenkel und fiel für die restliche Spieldauer mit einer schmerzhaften Zerrung aus. In der Folgezeit kämpften sich die Bibertstädter tapfer zurück (5:5), doch der nächste Rückschlag ließ nicht lange auf sich warten. Kreisläufer Tobias Hartmann konnte nach nur elf (!) gespielten Minuten ebenfalls nicht mehr mitwirken, der Rechtshänder erlitt eine schwere Platzwunde am Kinn und musste daraufhin im Krankenhaus mit vier Stichen genäht werden. Die Personalsituation hörte sich anschließend wie Slapstick an: Ausgerechnet Keeper Jonas Pfrengle sah sich gezwungen, das Trikot überzustreifen und fortan die Kreisposition einzunehmen. Doch mit dem starken Rückhalt von Torhüter Wolf Hagen im Kasten trotzten die Gäste den Wendelsteinern mehr ab, als es dem TSV lieb gewesen sein dürfte. Kurz vor der Pause ging die HG sogar erstmals mit zwei Toren in Führung, doch der vierzehn Mann starke Kader der Hausherren verkürzte zur Halbzeit noch auf einen Treffer (9:10).

Nach der zehnminütigen Verschnaufpause war es erneut die Truppe von Trainer Carsten Peine, die die Initiative ergriff und aufopferungsvoll alles in die Waagschale warf. Und wurde dafür belohnt: Nach 40 Minuten prangerte die erste Drei-Tore-Führung der Partie auf der Anzeigetafel (11:14). Anschließend schwanden die Kräfte der Sieben, die seit der elften Minute bis zum Ende durchweg auf der Platte stehen musste. Der TSV glich beim 14:14 erstmals wieder aus und bog spätestens beim 21:18 endgültig auf die Siegerstraße ein. Bis zum Ende bauten die Hausherren den Vorsprung noch auf vier Tore aus (26:22), doch was das Zirndorfer Team auch in Sachen geschlossener Mannschaftsvorstellung an diesem Tag geleistet hatte, war aller Ehren wert. Angesichts der wie gewohnt undurchsichtigen und inkonstanten Ergebnisse der Konkurrenz in der BOL Mittelfranken ist die erste Pleite der Runde sicher kein Beinbruch.

Die Rumpftruppe wird sich bis zum nächsten Heimspiel am Samstag (17 Uhr) gegen den TV Gunzenhausen wieder sammeln, einige Spieler werden zurückkehren. Und dann kann mit neuem Mut und unbändigem Willen Angriff auf die nächsten zwei zu vergebenden Punkte genommen werden.

Für die HG spielten: Hagen (Tor), D. Schmidt 5, Hirschsteiner 9/4, Tomko 2, Hartmann 2, Maußner 2, Pfrengle 2, Kiewitt, Six, Will

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